Revolution? Warum (nicht)?

Salvoj zizek, 2012 Für alle, die jemals mit dem Gedanken gespielt haben eine Revolution zu starten und nicht nur auf diversen Wellen mitzuschwimmen… Und auch für all jene, die sich fragen, ob und wann eine Revolution in “demokratischen” Systemen als gerechtfertigt gelten kann. Und natürlich auch für alle, die meinen via ePartizipation ließe sich Revolution von der Couch aus realisieren – hier grundsätzlich-revolutionäres Gedankengut by Huey P. Newton (aus “To Die For The People“)

All men are created equal; they are endowed by their creator with certain unalienable rights; that among these are life, liberty, and the pursuit of happiness. That to secure these rights, governments are instituted among men, deriving their just powers from the consent of the governed; that, whenever any form of government becomes destructive of these ends, it is the right of the people to alter or to abolish it, and and to institute a new government, laying its foundation on such principles, and or organizing its powers in such form, aas to them shall seem most likely to effect their safety and happiness.

When a long train of abuses and usurpations, pursuing invariably the same object, evinces a design to reduce them under absolute despotism, it is their right, it is their duty, to throw off such government, and to provide new guards for their future security.

 

Phonehenge – vom Wachstum eines Bildungshacks

Phonehenge

Phonehenge by thinkeurope

Vor einiger Zeit habe ich über Phonehenge geschrieben. Es ist Zeit für ein Update. Die Idee ist jetzt ca. 8 Wochen alt und seitdem hat sie sich vom Hirngespinst zu einem massiven Bildungshack im “Borderland” zwischen politischer Bildung, Kunst und digitalen Medien ausgewachsen. 12 Zellen werden von 60 Jugendlichen neu erfunden und zu einer Metapher für Europa und interkulturelle Kommunikation umgestaltet. Jede Zelle wird im Digitalen verortet (Google Maps, Twitter Accounts, QRetrospectives etc.). Zu Anfang herrschte einige Skepsis, ob ein Projekt dieser Größenordnung tatsächlich finanziell zu stemmen ist. Mittlerweile werden die “???” hinter dem Projekt immer kleiner und das Projekt findet immer mehr Aufmerksamkeit. Auch die Finanzierung steht weitestgehend. Die Bundeszentrale für politische Bildung ist mit einer Sonderförderung (“Innovative-Methoden-Topf”) im fünfstelligenBereich dabei. Drittmittel machen Ankauf und Transport der Telefonzellen (Berlin nach Bad Marienberg) möglich und der Antrag bei Erasmus+ ist vor einigen Tagen an die Nationalagentur Bonn gegangen – Entscheidung im Juni. Die Zeichen stehen auf Bildungssturm!!! Hier gehts zu Programm und Konzept.

Street Art Paris – Urbane Intervention als politisches Statement

Auf der Wanderung durch die Straßen und Gassen von Paris habe ich Wände und Böden fotografiert, die sprechen können. Viele Paste Ups und auch einige der Space Invaders waren dabei. Alle sprechen eine deutliche Sprache im urbanen (öffentlichen) Raum. Es geht um Frieden, Freiheit, Diversität, Überwachung und Solidarität. Auch im Hinblick auf unsere Projekte “Picturing Politics” und “Phonehenge“, die im Laufe der kommenden Monate stattfinden werden, war diese Photo-Safari eine Inspiration. Es entstehen große Ideen an den Schnittpunkten zwischen digitalen Medien, politischer Bildung und Kunst! Hier die Eindrücke:

Reactionary Suicide or the waking dead – der Preis schlechter Bildung!

Ein schnelles, anstrengendes Wochenende in Paris und ein Bild, dass zu diesen “Suizid-Gedanken” führt.

Hobo an der Bastille

Hobo an der Bastille

“What is Reactionary Suicide: The reaction of a man who takes his own life in response to social conditions that overwhelm him and condemn him to helplessness”. Mir geht hier jedoch nicht um einen physischen Freitod, sondern um den einen wesentlichen Faktor der zu einem metaphorischen versterben führt. Durkheim stellt fest, dass alle Selbstmord-Typen ihre Ursache in den sozialen Bedingungen einer Gesellschaft haben. “The primary cause of suicide is not individual temperament but forces in the social environment”. Es geht hier nicht um Armut. Nicht finanzieller Notstand führt zu einem endlichen Fluchtgedanken, viel schwerer wiegt der spirituelle Tod, der meist schon weit vorher eintritt als die physische Bestätigung. “This death is found everywhere today [...] its victims have ceased to fight the forms of oppression that drink their blood” (Huey P. Newton).

Der spirituelle Selbstmord wiederum ist eng mit der Lebensform des Idioten (private Torheit) verbunden – wobei hier strikt nach nach struktureller Idiotie und selbstverschuldetem Idiotentum zu unterscheiden ist. Strukturelle Idioten werden hauptsächlich in einem formalistischen Bildungssystem mit eindimensionaler (ökonomischer) Ausrichtung geformt. Echte Teilhabe ist nicht das Ziel dieser Bildung. “[...] in den Schulen werden demokratische Teilhaberechte ebenso abgebaut wie in den Universitäten und in den Betrieben, wo der gewerkschaftliche Einfluss immer stärker als Störung der ökonomischen Systemimperative verstanden wird” (Negt). Und während kulturelle und (historisch-) politische Bildung ökonomischen Interessen untergeordnet wird, werden Individuen entpolitisiert und Gesellschaft darf ungehindert und widerspruchslos in einen “weichen Totalitarismus” einmünden. In einer solchen Gesellschaft verüben Menschen spirituellen Selbstmord, ohne es selbst zu realisieren. Heimlich still und leise dämmern Idioten ihrem Tod entgegen – werden zu Waking Dead. Menschen, die vielleicht an teil haben an Wohlstand aber nicht an (digitaler) Gesellschaft.

Revolutionary Suicide – Gedanken zur Bildung

Newton: Revolutionary Suicide

Newton: Revolutionary Suicide

Ein echter Mindblower! Ich habe noch nicht einmal richtig angefangen es zu lesen, da schrillen bereits einige Alarmglocken. Hier ein paar Glocken (Zitate), damit auch ihr alarmiert sein könnt:

“During those long years in Oakland public schools, I did not have one teacher who taught me anything relevant to my own life or experience.”

“Throughout my life all real learning has taken place outside school. I was educated by my family, my friends, and the street. Later, I learned to love books and I read a lot, but that had nothing to do with school. Long before, I was getting educated in unorthodox ways.”

“The clash of cultures in the classroom is essentially a class war, a socio-economic and racial warfare being waged on the battleground of our schools, with middle-class aspirating teachers provided with a powerful arsenal of half-truths, prejudices and rationalisations, arrayed against hopelessly outclassed working-class youngsters. This is an uneven balance, particularly since, like most battles, it comes under the guise of righteousness.” (quote from Kenneth Clark, ‘Dark Ghetto’)

“Strong and positive influences in my life helped me escape the hopelessness that afflicts so many of my contemporaries. My father gave me a strong sense of pride and self-respect. By brother Melvin awakened in me the desire to learn, and because of him I began to read. What I discovered in books led me to think, to question, to explore and finally to redirect my life.”

“Institutions work this way. A son is murdered by the police, and nothing is done. The institutions send the victim’s family on a merry-go-round, going from one agency to another, until they wear out and give up. this is a very effective way to beat down poor and oppressed people, who do not have the time to prosecute their cases. Time is money to poor people. To go to Sacramento means loss of a day’s pay – often a loss of job. If this is a democracy, obviously it is a bourgeois democracy limited to the middle and upper classes. Only they can afford to participate in it.”

Bildungsmonster schlägt wieder zu!

Immer schon hatte er um die Gefahr gewusst – sie ge(t)wittert. Vorsichtig und auf Zehenspitzen schleichend, war er ihr schon in der Vergangenheit wiederholt nur um Haaresbreite entronnen. Er wusste – es lauerte hinterhältig, beobachtete ihn ständig… trachtete nach seinem Leben.

Es hatte geduldig auf Zeit gespielt und schließlich obsiegt. Aus dem Schatten war es hervorgerauscht… Bildungsmonster

Monster Internet – Foucault und das Digitale

Und wieder das Rad nicht neu erfunden; dafür aber darüber gelesen – in einer APuZ Ausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung. Foucault spricht in einem abgedruckten Vorlesungs-Manuskript über das Monster und entwickelt unbewusst eine starke Internet-Metaphorik. Im folgenden nun der modifizierte Text Foucaults (zum Original geht’s hier).

Der Begriff des Internets ist im wesentlichen ein Rechtsbegriff – des Rechts freilich im weiteren Sinn des Wortes, denn das Internet ist durch die Tatsache definiert, dass es qua Existenz und Form nicht nur eine Verletzung der gesellschaftlichen Gesetze darstellt, sondern auch eine Verletzung der Gesetze der Natur. In einem doppelten Register stellt es durch seine bloße Existenz einen Gesetzesbruch dar. Das Internet ist also ein Bereich, den man „rechtlich-technisch“ nennen kann. Andererseits erscheint das Internet innerhalb eines Raums als ein zugleich extremes Phänomen. Es ist die Grenze, es ist das Moment der Umkehrung des Gesetzes, es ist zugleich die Ausnahme, die oft Extremfällen auftritt. Sagen wir, das Internet ist das, was das Unmögliche und Verbotene kombiniert.

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