Warum Smartphones in der Schule erlaubt sein sollten und welche Apps jede Klasse nutzen könnte.

Die digitale Welt ist kein Gegenstück der Realität, sondern ein Teil von ihr. Das Internet haust nicht mehr in klobigen Rechner-Höhlen, es wohnt in mobilen Geräte, die zwischen Schlüsseln und Kaugummis in Hosentaschen unterwegs sind – allzeit bereit für Recherchen, Notizen und Austausch mit Mitschülern. Von Schülern zu fordern, sie sollten ihre Handys während des Unterrichts ausschalten, ist deshalb antiquiert. Vielmehr sollten Lehrer die Chance nutzen, dass ihre Schüler so gut ausgestattet sind.

Handynutzung durch Kinder und Jugendliche nach Altersgruppen 2011
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Wer hat Angst vorm smarten Phone?

Es hat den Menschen schon immer Angst gemacht, wenn eine Technologie verschwand und durch eine neue ersetzt wurde. Auch jetzt, da Smartphones Festnetz-Anschlüsse  und Handys verdrängen, bleibt diese Reaktion nicht aus: „2012 werden in Deutschland erstmals mehr internetfähige Smartphones (15,9 Mio.) als herkömmliche Handys (13 Mio.) verkauft,” heißt es in dem Artikel Die mobile Zukunft: Smartphones verdrängen herkommöiche herkömmliche Handys von Dr. Nikola Bachfischer, bei aquarius.biz. Lehrer scheinen Smartphones gegenüber besonders skeptisch zu sein. In Niedersachen gibt es deshalb jetzt Fortbildungen für Lehrer zu diesem Thema.

Doch ob die Lehrer wollen oder nicht, Jugendliche nutzen das Internet. Laut des Medienpädagogischen Forschungsverbands Südwest nutzen Jugendliche am PC im Internet vor allem Online-Communitys, Video- und Musikportale, Suchmaschinen und E-Maildienste. Auch bei der mobilen Internetnutzung stehen Kommunikation, Spielen und Musikhören sowie -tauschen im Vordergrund, schreibt die Bundesprüfstelle auf ihrer Webseite. Und weiter:

„Das wichtigste Motiv für Jugendliche, das Internet zu nutzen, ist Kommunikation. Nach dem heutigen Stand der Jugendforschung verbringen sie die Hälfte des gesamten Zeitbudgets mit Kommunikation.“ Quelle: Bundesprüfstelle.de

Mobile Internetnutzung von Schülern miteinbeziehen

Dieser Wunsch zu kommunizieren lässt sich für den Schulunterricht sehr gut nutzen. Stellt sich natürlich die Frage wie? Einen guten Einstieg bieten die folgenden Anwendungen, die Klassen im Unterricht verwenden können. Es handelt sich um Online-Collaboration-Tools, also nicht um Apps zum Spielen, sondern um Apps die die Zusammenarbeit von Lehrern und Schülern erleichtern können. Die vorgestellten Apps sind kostenlos – damit Lehrern und Schülern keine zusätzlichen Kosten entstehen – und als Arbeitserleichterung gedacht. Zu allen Anbietern sind auch Alternativen angegeben, um zu zeigen, dass die Auswahl beispielhaft ist:

Apps für die Schule

Diigo Offline Reader (Apple itunes)
Social-Bookmarking-Dienst mit dem Schüler ihre Online-Recherchen verwalten und miteinander teilen können. Die „gemerkten“ Webseiten können mithilfe von Tags und Listen sortiert werden. Kein Internet im Klassenraum? Kein Problem, die Bookmarks können heruntergeladen werden, um Webseiten offline lesen zu können.
Alternative: delicious (Androidzoom)

Do it Tomorrow (Apple itunes)
Digitales Notizbuch und Wochenplaner in einem – ideal um Hausaufgaben zu notieren oder Treffen mit der Referatsgruppe zu planen.
Alternative: InClass (Apple itunes), The Deadline (Google Play und Apple bzw HTML-5 Webversion, die mit Apple Produkten nutzbar ist.)

Dropbox (Apple itunes und Google Play)
Cloudbasierter Speicherplatz, auf den von allen Geräten auf Daten zu gegriffen werden kann. Automatische Synchronisierung sorgt dafür, dass alle Geräte auf dem gleichen Stand sind. Wer sich über seine E-Mail-Adresse als Schüler ausweist, bekommt von Dropbox übrigens zusätzlichen Speicher geschenkt.
Alternative: Box (Androidzoom)

Doodle (Apple itunes und Androidzoom und Google Play)
Terminfindung für Klassenarbeiten oder Schulausflug geht mit Doodle ganz leicht. Mit der App behält man auch unterwegs Umfragen im Blick.
Tipp: Spezielle Doodle-Version für unterwegs Doodle 2 Go (Apple itunes) vorhanden, mit der auch mobil Umfragen erstellt werden können – kostet aber was!

Educreations Interactive Whiteboard for ipad (Apple itunes)
Mit dieser App lassen sich ganz einfach Präsentationen auf dem ipad erstellen. Bilder einbinden, Video Tutorials erstellen, Aufnahme von Sprachsequenzen oder handschrifliche handschriftliche Notizen – alles kein Problem.
Alternative: Office Web Apps (Microsoft)

Noch mehr Apps & Informationen

Education Apps im App Store
Education Apps bei Google Play
Education Apps bei Androidzoom
App-Entwicklerin und Mutter Kirstin Hofkens stellt ihre Lieblingsapps für Kinder vor
Nichtkommerzielle Datenbank mit Bildungs-Apps für Lehrer und Eltern
Mediendidaktik.org bietet kostenlose E-Books zum Thema Smartphones im Unterricht

Jetzt seid ihr gefragt: Welche Apps nutzt ihr, die auch für die Schule geeignet wären?