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Podcast: Oskar Negt – Gesellschaftsentwurf Europa. Plädoyer für ein gerechtes Gemeinwesen.

Sozialphilosoph Oskar Negt in der Peripherie (Wied-Scala). Live Mitschnitt einer Lesung im Rahmen der Altenkirchener Literaturtage (Die Qualität ist nicht überragend, aber es geht ja um die Sache). Im Kern dieses Vortrags steht die Erläuterung der Konsequenzen des Kapitalismus für unsere Gesellschaft, Kultur und Bildungslandschaft. Ein sehr guter Vortrag mit einer großen Menge an Denkanstößen für Menschen aus allen Gesellschaftsbereichen.

Die wichtigsten Aussagen (für mich):

  • „Man darf die wirtschaftlich Mächtigen, nie wieder ohne politische und demokratische Kontrolle lassen“, „Der Kapitalismus ist nicht imstande eine humane Gesellschaftsordnung zu organisieren!“ (Aus dem „Ahlener Programm“ der CDU)
  • „Der Sozialstaat wird geplündert und wird als „Instrument für die Bedürftigen“ grundsätzlich falsch verstanden – der Sozialstaat ist konstitutives Element der EU und damit die Domestizierung des Kapitalismus“
  • „Die EU nimmt die Angst vor sozial-darwinistischen Überlebenskämpfen“
  • Bildung hat die Befähigung zu Um- und Abwägung zum Ziel (Autonomiefähigkeit kommt abhanden)! Unser betriebswirtschaftlich geprägter Bildungsbegriff, führt zu einer Ausbildung von leistungsbewussten Mitläufern.
  • „Alles wesentliche der EU liegt unterhalb der Währungsprobleme“
  • Der Kapitalismus fördert Bindungslosigkeiten – Menschen suchen Verlässlichkeit und Bindungen in anti-demokratischen und rechtsradikalen Gesellschaftsstrukturen
  • Die Europäische Integration ist alternativlos
  •  „Menschen drücken ihren Protest nach innen aus und werden krank – sozialpsychologische Krankheitsbilder nehmen zu.“ (Burn-Out etc.)
  • Arbeitslosigkeit ist eine Form von Gewalt und Aggression – Der arbeitslose Mensch kann nicht am Gemeinwesen teilnehmen. Dieser Umstand ist ein Angriff auf die Würde des Menschen.
  • Unsere Kultur ist von betriebswirtschaftlichem Denken kontaminiert: Die Betriebswirtschaft ist eine Leit(d)wissenschaft.
  • „Ich kann mir ein Europa ohne Griechenland nicht vorstellen!“

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