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Die Bildung braucht das Internet!

Ein bißchen Paraphrasengedresche mit Adorno, Negt und Habermas. Es geht um die Urteilskraft und ihre Abhängigkeit von öffentlichen Räumen (Internet).

(Politische) Bildung hat (politische) Urteilskraft zum Ziel. Politische Urteilskraft manifestiert sich aber zwangsläufig in öffentlichen Räumen – wenn sich also Öffentlichkeit und (politische) Urteilskraft bedingen, dann muss auch beides vermittelt bzw. zugänglich gemacht werden; dann reicht es nicht sich auf den Standpunkt zurückzuziehen, dass man ja eigentlich „nur“ (politische) Bildung machen möchte und mit dem Netz ja gar nichts am „Hut habe“. Das Gegenteil ist der Fall. (Politische) Bildung kann nicht in einem privaten Raum gedacht werden, sondern verlangt nach Öffentlichkeit. (Politische) Urteilskraft kann niemals nur in intentionellen Lernprozessen, individuell und privat vermittelt werden. Teilhabe kann in geschlossenen Räumen nicht eingeübt werden. Geisteswissenschaftliche Bildungsprozesse bedürfen der Erweiterung um reale Betätigungsfelder, um nicht in den Nischen privatisierter und unverbindlicher Kritik zu versanden. Wir brauchen digitale Mündigkeit, weil echte (politische) Teilhabe im Internet von privaten Verwertungsinteresse bedroht wird. Dort wo jeder öffentlicher Platz, jede Netzwerkaktivität und jede Minute Aufmerksamkeit privatwirtschaftliches Interesse erregt schrumpfen Räume und Zeiten, die nur dann genutzt werden können, wenn man sie erkennt und digitale Nutzungsstrategien anwenden kann.

Demzufolge ist es die dringende Aufgabe der (politischen) Bildung, sich auch mit den digitalen und sozialen Medien und deren Einsatz bzw. Einbindung im Internet zu beschäftigen und Kindern und Jugendlichen ganz praktisch Hilfestellung zu geben, wenn es darum geht sich in diesen beiden – einander bedingenden Feldern – so frei und gleichzeitig sicher bewegen zu können wie möglich. Erst dann wird (politische) Partizipation tatsächlich erfahr- und machbar.

 

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