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Methode „Twimeline“ / Twitter Edu-Hack für die historisch-politische Bildung

Foto „#pb21 TOP 50“ von Anselm Sellen unter CC BY 4.0.

Foto „#Twimeline-Session“ von Anselm Sellen unter CC BY 4.0.

 

„Wir arbeiten heute zum Thema Geschichte!“ und 25 Jugendliche rufen laut „Huraaa!“. Nicht. Die Geschichtssessions gehören zu unserer (politischen) Bildungsarbeit einfach dazu und wir haben schon vieles ausprobiert, um diese Zeit so schmerzlos wie möglich zu gestalten.

Neuste Idee ist das „Twimelining“. Wir haben alle iPads unserer Einrichtung (22) mit eigenen Twitteraccounts ausgestattet und den Jugendlichen in die Hand gedrückt. Jede Gruppe hatte die Aufgabe, sich in eine historische Periode hineinzuversetzen (letzte Woche war das die Zeit zwischen dem Ende des zweiten Weltkrieges und dem Mauerfall). Die Jugendlichen waren dann aufgefordert, Ereignisse aus der Zeit zu betrachten und entsprechend zu „vertwittern“.

Hinzu kam ein Perspektivenwechsel. Dekaden wurden doppelt vergeben (z.B. 1960 – 1970) und während eine Gruppe die West-Perspektive einnahm, hatte die andere Seite zur Aufgabe sich in die Ost-Position hineinzuversetzen.

Die Gruppen sollten 20 Tweets (immer mit Medien) in 2 Stunden absetzen und waren dazu aufgefordert die jeweils andere Seite der eigenen Dekade via Reply zu attackieren bzw. argumentativ auszuhebeln („Tweet War“). In einigen Fällen hat das sehr gut geklappt… in anderen nicht.

Die 20 Tweets waren als Arbeitsauftrag deutlich zu hoch angesetzt. 10 Tweets in 2 Stunden wären realistischer gewesen. Da wir diese Varainte der Twimeline das erste Mal mit unterschiedlichen Perspektiven (und auch in einem interkulturellen Bildungskontext) „gespielt“ haben, sind das aber Erfahrungswerte, die man in kommenden Session berücksichtigen kann.

Insgesamt haben die Jugendlichen zurückgemeldet, dass es ihnen Spaß gemacht hat, sich auf diese Art und Weise mit Geschichte auseinanderzusetzen und das besonders der Perspektivwechsel (Ost West) dabei geholfen habe, sich selbst mit einer anderen Sichtweise auf politische, soziale und kulturelle Ereignisse zu beschäftigen. An dieser Stelle kann das Twimelining dabei helfen eine eurozentristische Geschichtsschreibung zu hinterfragen und kritisch zu beleuchten.

Ergebnisse: Hier geht es zur Ostperspektive TWIMELINEEAST und hier zur Ostperspektive TWIMELINEWEST.

 

2 thoughts on “Methode „Twimeline“ / Twitter Edu-Hack für die historisch-politische Bildung

  1. Danke für den Bericht, das hört sich total spannend an. Wie alt waren die Teilnehmenden denn und wie groß die Kleingruppen, die jweils einen Account bedient haben?
    Viele Grüße
    Steffen

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