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Das Problem des Lehrenden: Der Umgang mit Autorität!

Kein langer Blogpost. Nur ein bis zwei Gedanken über den Umgang mit Autorität und dem Verständnis von Macht. Eventuelle ein Impuls, den jeder für sich weiterdenken kann. Vielleicht nicht ganz unwichtig in Lehr- und Lernsystemen, die ihre systemische Wirkung vor allen Dingen über die Vergabe von Noten entfalten.

Menschen mit unterschiedlichsten Begabungen werden innerhalb eines enorm engen Kompetenzrasters bewertet und gemessen. Manchmal kommt es mir so vor als sei die Notengebung das letzte echte Sanktionsmittel des Lehrenden. Wer sich nicht unter die Autorität des Lehrenden fügt, bekommt seine Macht zu spüren. Ob es so ist? Das kann ich natürlich nicht mit empirischer Sicherheit behaupten, aber bei der Lektüre des Essays „Autorität“ (Richard Sennet) waren dies die ersten Gedanken, die mir kamen – ein jeder prüfe sich selbst.

Das Wort „Autorität“ beinhaltet wesentliche Elemente des Wortes auctor (Schöpfer, Stifter, Urheber, Verfasser). In dem Wort „Autorität“ schwingt also die Bedeutung von „erzeugen, hervorbringen“ mit. Mit dem Wort „Autoritär“ dagegen, beschreibt man einen repressiven Menschen (oder ein repressives System). Es ist ein schmaler Grat. „Selbstsicherheit, überlegenes Urteilsvermögen, die Fähigkeit andere zu Disziplin anzuhalten“ – das sind die Eigenschaften einer Autorität. Lebendige Autorität wird also niemals einen autoritären Führungsstil an den Tag legen. Autorität ist ein kreativer Schaffensprozess. Lehrende mit Autorität, sind in der Lage Lernenden in demokratischen Prozessen auf Augenhöhe zu begegnen und Rahmenbedingung zu schaffen innerhalb derer sich Menschen entfalten können, während autoritäre Lehrende ihre Integrität darauf verwenden Lernende zu beherrschen. Unter einer Autorität entfalten sich neue Autoritäten. Autoritäre Lehr- und Führungsstile zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie Lernende gerne Wissen lassen, dass sie die Stärke zur Bewertung besitzen. Autoritäre Menschen müssen sich selbst und anderen ständig ihrer Stärke und Macht versichern – wenn hierzu auch das Instrument der Notengebung verwendet wird, dann ist das gefährlich.

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